Demokratiefest „Schöner leben ohne Nazis“ mit „Bunten Touren“

10-mal „Schöner leben ohne Nazis“ in Marzahn-Hellersdorf

Am Samstag, den 01. September 2018 feiern die Bürgerinnen und Bürger von Marzahn-Hellersdorf von 14:00 bis 19:00 Uhr wieder „Schöner leben ohne Nazis“ auf dem Alice-Salomon-Platz. In diesem Jahr wird das 10. Jubiläum des jährlich stattfindenden Demokratiefestes mit dem Motto „10-mal Schöner leben ohne Nazis“ begangen. Gemeinsam zeigen engagierte Bürgerinnen und Bürger aus Marzahn-Hellersdorf sowie die Organisatoren schon seit 2009 Gesicht gegen Rassismus und setzen ein Zeichen für Toleranz und Solidarität.

Den Besucherinnen und Besuchern wird ein abwechslungsreiches kulturelles und musikalisches Programm (u.a. Ben & Matze von den Ohrbooten feat. Mando) geboten, das für ein solidarisches Miteinander wirbt und gegen Menschenfeindlichkeit jeder Art stellt. Zur Stärkung der Feiernden gibt es internationale kulinarische Leckereien, die zum Probieren einladen. Durch vielfältige Mitmachangebote kommen auch Kinder beim Fest voll auf ihre Kosten.

Wie schon im letzten Jahr werden zwei „Bunte Touren“ zum Alice-Salomon-Platz führen und „Schöner leben ohne Nazis“ feierlich eröffnen. Die zwei feierlichen Umzüge werben auf den Straßen laut und bunt für Vielfalt und Toleranz und holen alle Anwohnerinnen und Anwohner von ihren Balkonen ab. Oder Sie kommen direkt zu einem der Startpunkte:

  • Start in Hellersdorf um 10 Uhr am Theaterplatz (Louis-Lewin-Str.)
  • Start in Marzahn um 11 Uhr an der Kreuzung Landsberger Allee/Blumberger Damm

Gefördert und organisiert wird die Veranstaltung über die Partnerschaft für Demokratie Hellersdorf durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“, das Amt für Jugend und Familie Marzahn-Hellersdorf sowie Polis*. Schirmfrau ist die Bezirksbürgermeisterin Frau Pohle.

Das „Bündnis für Demokratie und Toleranz am Ort der Vielfalt Marzahn-Hellersdorf“, Roter Baum Berlin, die Partnerschaft für Demokratie Hellersdorf und Polis* – Bezirkliche Koordinierungsstelle Demokratieentwicklung am Ort der Vielfalt Marzahn-Hellersdorf.

Die Kiezgruppe gegen Rassismus Marzahn lädt ein

Treff:          jeden 3. Donnerstag im Monat um 18 Uhr

in der Gemeinschaftsunterkunft Paul-Schwenk-Str. 3 ,  12681 Berlin

 

Was passiert dort?

Wir treffen uns regelmäßig, um uns kennenzulernen und Ideen auszutauschen, was wir in Marzahn machen können gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Wir reden über Strukturen und leiten Machbares in die Wege.
Langfristig wollen wir handlungsfähige Aktionsgruppen bilden, die in der Lage sind, sich der direkten Auseinandersetzung mit dem Alltagsrassismus in Marzahn-Hellersdorf zu stellen.

Zu Beginn organisieren wir Stammtischkämpfer*innenseminare (*) hier im Stadtbezirk. Daraus wollen wir unsere Kiezgruppe vergrößern und verjüngen. Mit dieser sind sowohl regelmäßige als auch kurzfristige Aktionen und Podiumsdiskussionen angedacht.
Dazu wollen wir uns auch mit anderen Organisationen als Netzwerk verbinden, um die Kräfte effektiv zu nutzen.

(*)Stammtischkämpfer*innenseminar – was ist das?

Wir alle kennen das: In der Diskussion mit Arbeitskolleg*innen, im Gespräch mit Verwandten, beim Grillen im Sportverein, auf der Straße und anderswo fallen Sprüche, die uns die Sprache verschlagen.

Später ärgern wir uns, denken, da hätten wir gern den Mund aufgemacht, widersprochen, die rechten Parolen nicht einfach so stehen gelassen.

Hier wird angesetzt. Wir versetzen durch die Ausbildung Menschen  in die Lage, rassistische Bemerkungen zu erkennen, die Schrecksekunde zu überwinden, Position zu beziehen und deutlich zu machen: Das nehmen wir nicht länger hin. Hier bekommt man Input zu Argumentationsstrategien und praktische Übungen zum Umgang mit Rassismus in Alltagssituationen.

Bei Interesse bitte melden unter: kiezgruppemahe@gmail.com oder zu einem der Termine kommen.

Nächste Termine 2018:

16.8., 20.09., 18.10., 15.11., 20.12.

Das Projekt wird unterstützt durch:

 

Ede und Unku – Die wahre Geschichte

Das Ökumenische Forum Marzahn e.V., der Landesverband Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg und das Kulturamt Marzahn-Hellersdorf laden ein zu einer Autorenlesung und zum Gespräch mit Besucherinnen und Besuchern über „EDE und UNKU – Die wahre Geschichte“, ein Buch von Janko Lauenberger und Juliane von Wedemeyer Frau von Wedemeyer wird aus dem Buch lesen – Herr Lauenberger musiziert und erzählt aus seinen Lebenserfahrungen als Sinto in der DDR und in der Zeit danach.
Moderation: Wolfram Hülsemann
Eintritt frei – Zur Deckung der Unkosten wird eine Spende erbeten.
Ede und Unku sind zwei Kinder, die die Hauptrollen in einem Jugendroman aus den 30er-Jahren spielen. Viele Jahrzehnte gehörte das Buch in der ehemaligen DDR zur Schullektüre. Doch kaum jemand weiß, was aus Unku, dem kleinen »Zigeunermädchen«, geworden ist oder kennt ihre wahre Geschichte. Janko Lauenberger, bekannt als Musiker in der Berliner Jazz-Szene, ist der Urgroßcousin Unkus. Ihm ist es eine Herzensangelegenheit, gemeinsam mit der Journalistin Juliane von Wedemeyer, die Spuren seiner großen Sintifamilie zu erforschen, die in der Zeit von 1918 bis 1945 schreckliches durchleben musste. Im Spiegel der Erlebnisse seiner Vorfahrin reflektiert Lauenberger seine eigene Kindheit als Sinto in der DDR und zeichnet ein außergewöhnliches Familienportrait, das den rund 150.000 Sinti und Roma in Deutschland – dem scheinbar vergessenen Volk Europas –
ein Gesicht gibt. »… eine anrührende, aufrüttelnde und zartbittere Geschichte …« schrieb Heribert Prantl in der Süddeutschen Zeitung.

Gefahr Antisemitismus

Wir gedenken in diesen Tagen der Befreiung von Konzentrationslagern in Deutschland 1945 und
schon im Herbst 1944 in den deutsch besetzen Gebieten wie Polen und weiteren. Israelis begingen
am 14. April den Holocaust-Gedenktag. Das Bündnis Solidarität mit den Sinti und Roma Europas
erinnerte bereits am 8.April an die Verbrechen an dieser Gruppe. Das Menschheitsverbrechen des
Holocaust konnte auch deswegen geschehen, weil allzu viele Nichtjuden der jüdischen Bevölkerung
Böses unterstellten, gegen das man sich wehren müsse.

Selbst heute gibt es Leute, vor allem Deutsche, aber auch einige Zuwanderer*innen, die es für richtig
halten, Menschen, die sie für jüdisch halten, zu beleidigen oder sogar anzugreifen.
Das Bündnis für Demokratie und Toleranz Marzahn-Hellersdorf ruft dazu auf, sich dem Gedenken
anzuschließen und sich unserer Geschichte zu stellen, falls dies noch nicht geschehen ist.
Antisemitismus und Rassismus sind Gifte, die die Gesellschaft spalten und die Menschenwürde
missachten. Lasst es uns nicht dulden, wenn menschenverachtende Äußerungen oder gar Taten
geschehen.

Wir wollen darauf hinweisen, dass ein Teil unserer Bevölkerung heute ähnliche Vorbehalte
gegenüber Muslimen hegt, wie es früher gegen Juden der Fall war. Da wir wissen, wozu Rassismus
und Antisemitismus geführt haben, können wir nicht die Augen verschließen vor dem Hass, den
einige Bürger*innen gegenüber Menschen aufgrund ihres Glaubens, ihrer Herkunft oder
Lebensweise hegen. Sorgen wir gemeinsam dafür, dass unsere Gesellschaft nicht durch Hass und
Menschenverachtung zerstört wird.

Henny Engels und Beatrice Morgenthaler (Sprecherinnen des Bündnisses für Demokratie und
Toleranz)

Nachbarschaftsfest auf der Marzahner Promenade. Wir sind Marzahn. Bunt und weltoffen!

Das „Nachbarschaftsfest auf der Marzahner Promenade“ findet nun schon zum vierten Mal auf dem Victor-Klemperer-Platz in Marzahn statt. Neu in diesem Jahr ist die Zusammenlegung mit dem Familien-Festival, das im vergangenen Jahr im Juli die Marzahner Promenade belebte.
Das Fest soll – im Sinne des European Neighbours‘ Day – neue und alte Marzahnerinnen und Marzahner zusammenbringen und für ein nachbarschaftliches Miteinander aller Menschen im Bezirk werben. Auch in diesem Jahr stellt der Veranstalter, das Bündnis für Demokratie und Toleranz am Ort der Vielfalt Marzahn-Hellersdorf, ein buntes Bühnenprogramm sowie viele Mitmach- und Sportangebote für Kinder und Erwachsene auf die Beine. In Kooperation mit dem Aktiven Zentrum Marzahner Promenade wird es dazu noch auf der Marzahner Promenade Mitmachangebote für Kinder und Jugendliche geben. Auf der Bühne vor dem Freizeitforum werden Akteure aus dem Bezirk zu sehen sein und an Ständen kann man sich über die Arbeit bezirklicher Initiativen informieren oder kulinarische Köstlichkeiten von nah und fern genießen.

Zeit und Ort: 26. Mai 2018, 13 – 18 Uhr, auf dem Victor-Klemperer-Platz und der Marzahner Promenade

Eintreten für Frauenrechte fördert die demokratische Entwicklung

Das Bündnis für Demokratie und Toleranz am Ort der Vielfalt Marzahn-Hellersdorf engagiert sich
dafür, dass der Bezirk allen Menschen Raum zur freien Entfaltung ihrer Persönlichkeit bietet –
unabhängig von ihrer geschlechtlichen Identität und sexuellen Orientierung, ihrem Alter oder
religiösen Bekenntnis, ihrer Herkunft oder ihrer sozialen Situation. Dazu gehört auch das Eintreten
für Frauenrechte. Trotz des Engagements vieler ist noch sehr viel zu tun.

Wir nehmen den Internationalen Frauentag am 8. März 2018 zum Anlass darauf hinzuweisen, dass
Frauen – trotz der grundgesetzlichen Garantie der Gleichberechtigung und der Verpflichtung des
Staates zur Beseitigung bestehender Nachteile – nach wie vor in vielen Bereichen nicht gleichgestellt
sind. Frauen haben geringere Karrierechancen als Männer, und die gleiche Bezahlung für gleiche oder
gleichwertige Arbeit ist immer noch nicht gewährleistet. Nach wie vor tragen Frauen die Hauptlast
bei der Sorge für ihre Familie – sei es in der Betreuung der Kinder oder zunehmend auch bei der
Begleitung alter und pflegebedürftiger Angehöriger. Eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung von 2017
zeigt auf, dass Frauen zwar täglich länger als Männer arbeiten, dabei aber 1,6mal so viel Zeit auf
unbezahlte Arbeit wie Männer verwenden. Dies wirkt sich negativ auf ihr Einkommen in der
Erwerbsarbeitsphase und im Alter aus. Für viele Frauen in Ostdeutschland waren gerade diese
Entwicklungen nach der Wende 1989 mit schmerzhaften Brüchen in ihrer Biografie verbunden. Diese
wirken bis heute nach.

Zudem sind Frauen deutlich häufiger als Männer Opfer von Partnergewalt – nach Angaben des BKA
wurden in Deutschland im Jahr 2016 133.000 Personen Opfer entsprechender Gewalttaten; 82%
davon waren Frauen.

Der Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung sieht etliche Maßnahmen vor zur Gleichstellung
auf dem Arbeitsmarkt, zur Bekämpfung von Sexismus, ein Aktionsprogramm zur Prävention und
Unterstützung von Frauen und Kindern, die von Gewalt betroffen sind. Wir werden beobachten, ob
diese Maßnahmen auch wirksam umgesetzt werden. Denn mehr als 50% der Menschen in
Deutschland sind weiblich. Wenn ihnen nicht die gleichen Rechte und die gleiche Sicherheit gewährt
sind, dann ist unsere Demokratie nicht vollendet.

Henny Engels und Beatrice Morgenthaler (Sprecherinnen des Bündnisses für Demokratie und
Toleranz)