5.05.2026 Gedenken anlässlich des 81. Jahrestages der Befreiung vom Nationalsozialismus
Vergangenheit erinnern. Gegenwart verantworten.
Am 9. Mai 2026 erinnern wir als Bündnis für Demokratie und Toleranz am Ort der Vielfalt Marzahn-Hellersdorf an die bedingungslose Kapitulation des nationalsozialistischen Deutschlands am 8./9. Mai 1945.
Damit endete der 2. Weltkrieg, in dem Deutschland zahlreiche Länder Europas und der Welt mit Tod und Zerstörung überzogen hatte. Am Ende waren mehr als 65 Millionen Tote zu beklagen. Möglich war die Befreiung der überfallenen Länder und letztlich Deutschlands selbst nur durch das Eingreifen der Alliierten; dem deutschen Widerstand war dies nicht gelungen.
Mit der Befreiung endete auch die Verfolgung vieler Menschen, die nicht in das Welt- und Menschenbild des nationalsozialistischen Deutschlands passten. Systematisch waren jüdische Menschen, Sintizze und Romnja, queere Menschen, Menschen mit Behinderung und andere ausgegrenzt, verfolgt, eingesperrt, gefoltert und ermordet worden. Für viele von ihnen war mit dem Ende des Krieges das persönliche Leid
aber nicht zu Ende. Oft gaben sie erlittene Traumata unbewusst an ihre Kinder und Enkelkinder weiter, einige Gruppen wurden auch nach 1945 weiter ausgegrenzt, diskriminiert und strafrechtlich verfolgt.
Wir gedenken heute in besonderer Weise derjenigen, die als Soldatinnen für die Befreiung kämpften; viele verloren dabei ihr Leben verloren. Ihnen allen sind wir zu Dank verpflichtet. Aus den Verbrechen des nationalsozialistischen Deutschlands erwächst eine besondere Verantwortung dafür, dass so etwas nie wieder geschieht. Diese Verpflichtung gerät mehr und mehr in Vergessenheit. Viele wünschen sich sogar einen Schlussstrich unter das Vergangene. Den kann es nicht geben. In einer Zeit, in der gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit zunimmt, in der Menschen verstärkt ausgegrenzt und diskriminiert werden, setzen wir uns für eine Demokratie ein, die gleiche Rechte für alle garantiert, unabhängig von ihrer Herkunft, Hautfarbe, ethnischen Zugehörigkeit, Religion oder geschlechtlichen und sexuellen Identität. Wir stehen ein für die freiheitlich-demokratische Grundordnung, die unsere Verfassung garantiert, insbesondere für den Leitsatz in Artikel 1 „Die Würde des Menschen ist unantastbar“.
Wir laden alle Mitbürgerinnen ein, mit uns gemeinsam an diesem Tag zu erinnern. Dazu treffen wir uns am 9. Mai um 10 Uhr am Ehrenmal auf dem Parkfriedhof in Marzahn (Wiesenburger Weg 10) und um 11 Uhr am sowjetischen Ehrenmal in der Brodauer Str. sowie am Gedenkstein Erinnerung an den Sowjetischen Soldatenfriedhof Schlosspark Biesdorf Berlin.
Wann? Samstag, 9. Mai 2026
Uhrzeiten & Orte:
– 10:00 Uhr: Ehrenmal auf dem Parkfriedhof Marzahn (Wiesenburger Weg 10)
– 11:00 Uhr: Sowjetisches Ehrenmal, Brodauer Straße
– 11:00 Uhr: Gedenkstein „Erinnerung an den Sowjetischen Soldatenfriedhof“, Schlosspark Biesdorf
ViSdP: Henny Engels, Sprecherin
Wir behalten uns vor, Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der
rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische, antiziganistische oder andere menschenfeindliche Äußerungen in Erscheinung getreten sind bzw. solche verbreitet haben, den Zutritt zum Kreis der Gedenkenden zu verwehren oder sie aus dem Kreis der Gedenkenden auszuschließen