Aktion im Rahmen der Berliner Freiwilligentage: Stolpersteine putzen – Erinnerung pflegen

„Die Hellersdorfer“ berichten:

Drei Adressen, zehn ausgelöschte Leben: Bei einem Stolperstein-Rundgang samt Putzaktion haben die Alice-Salomon-Hochschule und das Bündnis für Demokratie und Toleranz am Montagnachmittag aktive Erinnerungsarbeit im Bezirk geleistet. Freiwillige befreiten ausgewählte Stolpersteine in Mahlsdorf und Kaulsdorf von Straßenschmutz und Patina. Mit weichen Schwämmen und Politur verhalfen sie den kleinen quadratischen Mahnmalen zu neuem Glanz.

Stolpersteine sind zehnmal zehn Zentimeter große, mit einer Messingplatte besetzte Pflastersteine. Sie erinnern an Menschen, die zwischen 1933 und 1945 von den Nationalsozialisten verfolgt, entrechtet, vertrieben und ermordet wurden. Vor den letzten frei gewählten Wohnorten der Opfer lässt der Künstler Gunter Demnig die Betonquader in den Boden ein. Jeder Stein wird per Hand gefertigt und trägt die Aufschrift: „Hier wohnte“. Außerdem sind der Name und die Lebensdaten der jeweiligen Person eingraviert. Gedacht wird mit dem Projekt aller Menschen, die unter dem Nazi-Regime unsägliches Leid ertragen mussten – darunter Juden, Sinti und Roma, politische Gegner, religiös Verfolgte, Menschen mit Behinderungen, Obdachlose, Prostituierte und Deserteure.

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