„Nächste Station: Poelchaustraße“

Erschienen am 13.04.2016 bei LichtenbergMarzahnPlus.de und im Bezirks-Journal.

„Nächste Station: Poelchaustraße“, diese Ansage hören täglich S-Bahnpassagiere der Linie 7, die gerade den S-Bahnhof Marzahn oder Springpfuhl passiert haben. Den Namen erhielt der Bahnhof von der angrenzenden Poelchaustraße, welche 1992 nach dem NS-Widerständler Harald Poelchau (1903-1972) benannt wurde. Nun hat sich im Rahmen des Bündnisses eine Gruppe von engagierten Bürger_innen zusammengefunden, die Lebensgeschichte Poelchaus im Bezirk bekannter zu machen.
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Redebeitrag: Solidarität mit den Geflüchteten

Redebeitrag von Beatrice Morgenthaler (Sprecherin des Bündnisses) gehalten auf der Kundgebung am 02.04.2016:

Schon wieder ruft das Bündnis für Demokratie und Toleranz mit anderen zusammen zu einer Kundgebung auf. Auch dieses Mal wollen wir zeigen, dass wir für ein friedliches Zusammenleben hier im Bezirk und auch anderswo sind. Heute haben wir einen besonderen Anlass, um hier zusammen zu stehen. Unter dem Motto „Sicherheit statt Angst“ wollen extrem Rechte bei uns eine Demonstration abhalten.

Ihr Demonstrationsaufruf ist eine einzige Hetze im Stil des „Stürmer“ – Sie wissen schon, die antisemitische Wochenzeitung des Herrn Streicher, der nach dem 2. Weltkrieg als einer der Hauptkriegsverbrecher verurteilt wurde. Nur dass sich in diesem Fall die Hetze nicht gegen Juden richtet, sondern ganz offensichtlich gegen Muslime, auch wenn das vorsichtshalber nicht im Aufruf steht. Weiterlesen …

Aufruf zur Kundgebung gegen rechtsextremen Aufmarsch in Hellersdorf

Treffpunkt ist um 12:30 Uhr auf dem Alice-Salomon-Platz

Das Bündnis für Demokratie und Toleranz lädt die Menschen in Marzahn-Hellersdorf ein, gegen die rechtsextreme Demonstration „Sicherheit statt Angst“ Stellung zu beziehen. Diese Demonstration wird organisiert von Personen der rechtsextremen Gruppen „Nationaler Widerstand-Berlin“, „Die Rechte“, „III. Weg“ und „Bürgerbewegung Marzahn-Hellersdorf“.

Wir wollen zeigen, dass wir für ein friedliches und tolerantes Zusammenleben aller Bewohnerinnen und Bewohner in Marzahn-Hellersdorf sind, dass Geflüchtete, neu Hinzugezogene und Alteingesessene hier friedlich zusammen im Bezirk leben. Wir teilen nicht die Behauptung der rechtsextremen Organisatoren, dass unser Bezirk angeblich unsicher geworden sei, weil hier nun auch Flüchtlinge wohnen. Die Polizeistatistik bestätigt dies.

Stattdessen haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Sicherheit der Menschen in Marzahn-Hellersdorf durch Rechtsextremisten gefährdet wird. Sie beleidigen auf rassistische Weise Menschen aus anderen Ländern, bedrohen sie und greifen sie an. Die Kriminalitätsstatistik steigt aufgrund rechtextremistischer Straftaten. Das wollen wir nicht dulden, deswegen bitten wir:

Kommen Sie zahlreich. Verbreiten Sie diesen Aufruf weiter, senden Sie ihn über Ihre Verteiler und in den sozialen Netzwerken, damit wir möglichst viele werden.

Beatrice Morgenthaler (Sprecherin) und Dr. Mekonnen Shiferaw (Sprecher)
für das Bündnis für Demokratie und Toleranz
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Marzahn-Hellersdorf für Menschenrechte und Vielfalt – Hand in Hand gegen Rassismus

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

die Diskussionen über den Umgang mit Menschen, die vor Krieg, Terror und Verfolgung zu uns flüchten, haben in den letzten Monaten an Schärfe gewonnen. Es scheint so, dass Rassismus und Menschenfeindlichkeit mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind. Rechtspopulistische Bewegungen haben großen Zulauf, und es ist zu befürchten, dass ihre Parteien demnächst in weitere Landtage einziehen und die Politik mitbestimmen. Und auch in den demokratischen Parteien hört man immer häufiger schrille Töne der Abschottung. Stattdessen sollten Schutzbedürftige in einem der reichsten Länder Europas willkommen geheißen werden. Wir müssen gegen die Gefahr der Entdemokratisierung der Gesellschaft klar Stellung beziehen. Das gilt auch für Marzahn-Hellersdorf. In unserem Bezirk versuchen Rechtsextremist/innen seit 2013, diese Stimmungen in zahlreichen Aufmärschen für sich zu nutzen. Auch die Zahl rechtsextremer Angriffe gegen Menschen hat im Bezirk erheblich zugenommen.

Aber, auch das ist wahr: zahlreiche Bürger/innen – die Zivilgesellschaft von Marzahn-Hellersdorf – haben längst die richtige Antwort gegeben. Viele organisieren Unterstützung für die Geflüchteten, zeigen eine hohe Spenden- und Hilfsbereitschaft, informieren über die Ursachen der Fluchtbewegungen und setzen damit dumpfen Hassparolen Solidarität und Menschlichkeit entgegen. Begegnungen zwischen alten und neuen Bewohner/innen, gemeinsame Projekte und vor allem das friedliche Miteinander in der Nachbarschaft haben dazu beigetragen, dass Marzahn-Hellersdorf noch ein Stück vielfältiger geworden ist.

Marzahn-Hellersdorf ist längst ein weltoffener Berliner Bezirk, in dem Rassismus und Fremdenfeindlichkeit nicht erwünscht sind. Mehr noch: Er ist demokratischer, bunter und lebenswerter geworden. Im Rahmen des Aktionstages „Hand in Hand gegen Rassismus – für Menschenrechte und Vielfalt“ wollen wir dies öffentlich zeigen und unsere Werte verteidigen.

Wir laden Sie daher ein zu unserer Kundgebung: Marzahn-Hellersdorf für Menschenrechte und Vielfalt – Hand in Hand gegen Rassismus, am 19. März 2016, 15.30 Uhr, auf dem Alice-Salomon-Platz. U.a. werden dort sprechen: Petra Pau, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages sowie Anja Schillhaneck, Vizepräsidentin des Berliner Abgeordnetenhauses. Kommen Sie mit Ihrer Familie, bringen Sie Ihre Nachbarn mit und setzen Sie ein Zeichen für Marzahn-Hellersdorf als Ort der Vielfalt! Marzahn-Hellersdorf ist zu bunt, um braun zu werden.

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Das Leid mit der Leitkultur

Erschienen am 11.02.2016 bei LichtenbergMarzahnPlus.de und im Bezirks-Journal.

In diesen Tagen überschlagen sich die Vorschläge, was von Flüchtlingen mit Blick auf eine gelingende Integration erwartet werden soll. Einer der letzten Vorschläge: Zuwandernde und Flüchtlinge sollen eine Integrationsverpflichtung unterschreiben. Mit dieser sollen sie sich verpflichten, die Gleichberechtigung von Frauen und Männern und das Existenzrecht Israels anzuerkennen und erklären, dass sie der Scharia keinen Vorrang vor deutschen Gesetzen geben. Kurzum, sie sollen unsere Werte teilen. Wer dem zuwider handelt, dem sollen ggf. Sozialleistungen gekürzt oder der Aufenthaltsstatus geändert werden.
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Beatrice Morgenthaler und Dr. Mekonnen Shiferaw neue Sprecherinnen

Pressemitteilung (25.01.2016)

Das Bündnis für Demokratie und Toleranz ernennt einstimmig neue Sprecherin und neuen Sprecher für 2016

Das „Bündnis für Demokratie und Toleranz am Ort der Vielfalt Marzahn-Hellersdorf“ ernannte auf seiner ersten Sitzung im neuen Jahr Beatrice Morgenthaler als neue Sprecherin und Dr. Mekonnen Shiferaw als neuen Sprecher des Bündnisses für das Jahr 2016.

Als Schirmherr freue ich mich darüber, dass unser Bündnis für Demokratie und Toleranz, in dem sich immer mehr Mitstreiterinnen und Mitstreiter für ein weltoffenes, demokratisches und buntes Marzahn-Hellersdorf engagieren, auch in diesem Jahr von zwei sich seit Jahrzehnten für unseren Bezirk engagierenden Bürgerinnen und Bürger vertreten werden wird. Ich bedanke mich herzlich bei Bilgin Lutzke, die im vergangenen Jahr das Bündnis als Sprecherin repräsentierte und sich auch weiterhin aktiv im Bündnis engagieren wird.

Stefan Komoß
(Bezirksbürgermeister und Schirmherr des „Bündnisses für Demokratie und Toleranz am Ort der Vielfalt Marzahn und Hellersdorf“)
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Der „Runde Tisch Kaulsdorf“

Erschienen am 14.01.2016 bei LichtenbergMarzahnPlus.de und im Bezirks-Journal.

Man liest, hört und sieht täglich etwas über die Situation geflüchteter Menschen, in Deutschland, Europa und der Welt. Es wird über die Geschehnisse auf der „Balkanroute“ berichtet, über hilflose Behörden, Kontingente, neue Grenzen und persönliche Geschichten des Leids. Doch was geschieht eigentlich vor Ort, vor der eigenen Haustür? Viele wissen es nicht, obwohl sich in den Nachbarschaften das meiste tut und dort die eigentliche Arbeit verrichtet wird.

Hotelunterkunft alles andere als komfortabel

Seit März 2015 haben bis zu 76 geflüchtete Menschen im Parkhotel Berlin Schloss Kaulsdorf mittels Unterbringungsschein des LaGeSo eine vorübergehende Bleibe gefunden. Was viele nicht wissen, ist, dass eine solche Unterbringungsform alles andere als komfortabel ist. Weiterlesen …