Wider das Vergessen! Erinnerung an die Reichspogromnacht vor 80 Jahren

Am 9./10. November 1938 brannten deutschlandweit sowie in Österreich und der Tschechoslowakei Synagogen, jüdische Geschäfte wurden zerstört. Tausende jüdische Mitmenschen wurden misshandelt, verhaftet oder getötet. Mit diesen Ereignissen wurde die systematische Verfolgung der jüdischen Bevölkerung eingeleitet, die später im Holocaust endete.

Das Bündnis für Demokratie und Toleranz Marzahn-Hellersdorf will mit einer Gedenkwoche an dieses Ereignis und die fürchterlichen Folgen erinnern. Gleichzeitig wollen wir zum Nachdenken darüber einladen, wie wir heute dem wieder wachsenden Antisemitismus, aber auch anderer gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit auf Grund der ethnischen Herkunft, der geschlechtlichen Identität und sexuellen Orientierung und der Religion entgegenwirken können. Es genügt nicht zu sagen „Nie wieder“ – den Worten müssen Taten folgen! Bewohner_innen des Bezirks, Mitglieder von Kirchengemeinden und in besonderer Weise Schüler_innen verschiedener Schulen sind eingeladen, gemeinsam Filme und Theaterstücke zu dieser Zeit anzuschauen und ins Gespräch zu kommen.

Wir laden Sie herzlich ein, an den Veranstaltungen teilzunehmen und in Ihrem Bekanntenkreis für die Veranstaltung zu werben.

Henny Engels
Bündnis für Demokratie und Toleranz am Ort der Vielfalt Marzahn-Hellersdorf
Sprecherin

Wider das Vergessen – Stolpersteine in Marzahn-Hellersdorf

Ausstellung im Rahmen der „Gedenkwoche 80 Jahre Reichspogromnacht“, die vom „Bündnis für Demokratie und Toleranz am Ort der Vielfalt Marzahn-Hellersdorf“ in Kooperation mit dem Bezirksmuseum initiiert und organisiert wird. Die Ausstellung erinnert an die Opfer der Judenverfolgung während der Nazizeit und wird in der Mark-Twain-Bibliothek, Marzahner Promenade 55, 12679 Berlin ab dem 9.11.2018 sehen sein.

Mit dieser Präsentation der Schicksale jüdischer Menschen in den heutigen Ortsteilen Biesdorf, Mahlsdorf und Kaulsdorf gedenken wir stellvertretend der vielen Millionen Opfer jener unmenschlichen, Gewalt verherrlichenden, antisemitischen, rassistischen und nationalistischen Ideologie, die von 1933 bis 1945 in Deutschland Staatsdoktrin wurde.
Gleichzeitig verbinden wir mit der Ausstellung das Versprechen, gemeinsam mit allen friedliebenden Marzahn-Hellersdorfer*innen dafür einzutreten, dass sich dieses düstere Kapitel deutscher Geschichte nicht wiederholt.

Einladung zum UNO-Jam

Am Samstag, dem 13. Oktober 2018 von 16:00 bis 22:00 Uhr, lädt die Jugendfreizeiteinrichtung UNO zum “UNOJAM” ein.

Wer Musik liebt, kreativ ist und gerne seine Meinung sagt, ist beim UNOJAM genau richtig. Mit Workshops wie “Aufstehen gegen Rassismus”, Hip-Hop- Tanz und Graffiti geht es um ein buntes Zusammenleben im Kiez. Im Anschluss beginnt dann das Open-Air im UNO-Garten “Für einen solidarischen & gemeinsamen Kiez“.

Demokratiefest „Schöner leben ohne Nazis“ mit „Bunten Touren“

10-mal „Schöner leben ohne Nazis“ in Marzahn-Hellersdorf

Am Samstag, den 01. September 2018 feiern die Bürgerinnen und Bürger von Marzahn-Hellersdorf von 14:00 bis 19:00 Uhr wieder „Schöner leben ohne Nazis“ auf dem Alice-Salomon-Platz. In diesem Jahr wird das 10. Jubiläum des jährlich stattfindenden Demokratiefestes mit dem Motto „10-mal Schöner leben ohne Nazis“ begangen. Gemeinsam zeigen engagierte Bürgerinnen und Bürger aus Marzahn-Hellersdorf sowie die Organisatoren schon seit 2009 Gesicht gegen Rassismus und setzen ein Zeichen für Toleranz und Solidarität.

Den Besucherinnen und Besuchern wird ein abwechslungsreiches kulturelles und musikalisches Programm (u.a. Ben & Matze von den Ohrbooten feat. Mando) geboten, das für ein solidarisches Miteinander wirbt und gegen Menschenfeindlichkeit jeder Art stellt. Zur Stärkung der Feiernden gibt es internationale kulinarische Leckereien, die zum Probieren einladen. Durch vielfältige Mitmachangebote kommen auch Kinder beim Fest voll auf ihre Kosten.

Wie schon im letzten Jahr werden zwei „Bunte Touren“ zum Alice-Salomon-Platz führen und „Schöner leben ohne Nazis“ feierlich eröffnen. Die zwei feierlichen Umzüge werben auf den Straßen laut und bunt für Vielfalt und Toleranz und holen alle Anwohnerinnen und Anwohner von ihren Balkonen ab. Oder Sie kommen direkt zu einem der Startpunkte:

  • Start in Hellersdorf um 10 Uhr am Theaterplatz (Louis-Lewin-Str.)
  • Start in Marzahn um 11 Uhr an der Kreuzung Landsberger Allee/Blumberger Damm

Gefördert und organisiert wird die Veranstaltung über die Partnerschaft für Demokratie Hellersdorf durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“, das Amt für Jugend und Familie Marzahn-Hellersdorf sowie Polis*. Schirmfrau ist die Bezirksbürgermeisterin Frau Pohle.

Das „Bündnis für Demokratie und Toleranz am Ort der Vielfalt Marzahn-Hellersdorf“, Roter Baum Berlin, die Partnerschaft für Demokratie Hellersdorf und Polis* – Bezirkliche Koordinierungsstelle Demokratieentwicklung am Ort der Vielfalt Marzahn-Hellersdorf.

Die Kiezgruppe gegen Rassismus Marzahn lädt ein

Treff:          jeden 3. Donnerstag im Monat um 18 Uhr

in der Gemeinschaftsunterkunft Paul-Schwenk-Str. 3 ,  12681 Berlin

 

Was passiert dort?

Wir treffen uns regelmäßig, um uns kennenzulernen und Ideen auszutauschen, was wir in Marzahn machen können gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Wir reden über Strukturen und leiten Machbares in die Wege.
Langfristig wollen wir handlungsfähige Aktionsgruppen bilden, die in der Lage sind, sich der direkten Auseinandersetzung mit dem Alltagsrassismus in Marzahn-Hellersdorf zu stellen.

Zu Beginn organisieren wir Stammtischkämpfer*innenseminare (*) hier im Stadtbezirk. Daraus wollen wir unsere Kiezgruppe vergrößern und verjüngen. Mit dieser sind sowohl regelmäßige als auch kurzfristige Aktionen und Podiumsdiskussionen angedacht.
Dazu wollen wir uns auch mit anderen Organisationen als Netzwerk verbinden, um die Kräfte effektiv zu nutzen.

(*)Stammtischkämpfer*innenseminar – was ist das?

Wir kennen das alle: Im Gespräch bei der Arbeit, im Verein, in der Familie oder auch auf der Straße fallen Sprüche, die uns die Sprache verschlagen.
Danach ärgern wir uns, hätten gern den Mund aufgemacht, widersprochen, die rechten Parolen nicht einfach so stehen gelassen.

Durch das Seminar versetzen wir Menschen in die Lage, rassistische bemerkungen zu erkennen, die Schrecksekunde zu überwinden, Position zu beziehen und deutlich zu machen: Das nehmen wir nicht länger hin. Durch praktische Übungen zum Umgang mit Rassismus in verschiedenen Situationen vermitteln wir Argumentationsstrategien für den Alltag.

 

Bei Interesse bitte melden unter: kiezgruppemahe@gmail.com oder zu einem der Termine kommen.

Nächste Termine 2018:

16.8., 20.09., 18.10., 15.11., 20.12.

Das Projekt wird unterstützt durch:

 

Ede und Unku – Die wahre Geschichte

Das Ökumenische Forum Marzahn e.V., der Landesverband Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg und das Kulturamt Marzahn-Hellersdorf laden ein zu einer Autorenlesung und zum Gespräch mit Besucherinnen und Besuchern über „EDE und UNKU – Die wahre Geschichte“, ein Buch von Janko Lauenberger und Juliane von Wedemeyer Frau von Wedemeyer wird aus dem Buch lesen – Herr Lauenberger musiziert und erzählt aus seinen Lebenserfahrungen als Sinto in der DDR und in der Zeit danach.
Moderation: Wolfram Hülsemann
Eintritt frei – Zur Deckung der Unkosten wird eine Spende erbeten.
Ede und Unku sind zwei Kinder, die die Hauptrollen in einem Jugendroman aus den 30er-Jahren spielen. Viele Jahrzehnte gehörte das Buch in der ehemaligen DDR zur Schullektüre. Doch kaum jemand weiß, was aus Unku, dem kleinen »Zigeunermädchen«, geworden ist oder kennt ihre wahre Geschichte. Janko Lauenberger, bekannt als Musiker in der Berliner Jazz-Szene, ist der Urgroßcousin Unkus. Ihm ist es eine Herzensangelegenheit, gemeinsam mit der Journalistin Juliane von Wedemeyer, die Spuren seiner großen Sintifamilie zu erforschen, die in der Zeit von 1918 bis 1945 schreckliches durchleben musste. Im Spiegel der Erlebnisse seiner Vorfahrin reflektiert Lauenberger seine eigene Kindheit als Sinto in der DDR und zeichnet ein außergewöhnliches Familienportrait, das den rund 150.000 Sinti und Roma in Deutschland – dem scheinbar vergessenen Volk Europas –
ein Gesicht gibt. »… eine anrührende, aufrüttelnde und zartbittere Geschichte …« schrieb Heribert Prantl in der Süddeutschen Zeitung.

Gefahr Antisemitismus

Wir gedenken in diesen Tagen der Befreiung von Konzentrationslagern in Deutschland 1945 und
schon im Herbst 1944 in den deutsch besetzen Gebieten wie Polen und weiteren. Israelis begingen
am 14. April den Holocaust-Gedenktag. Das Bündnis Solidarität mit den Sinti und Roma Europas
erinnerte bereits am 8.April an die Verbrechen an dieser Gruppe. Das Menschheitsverbrechen des
Holocaust konnte auch deswegen geschehen, weil allzu viele Nichtjuden der jüdischen Bevölkerung
Böses unterstellten, gegen das man sich wehren müsse.

Selbst heute gibt es Leute, vor allem Deutsche, aber auch einige Zuwanderer*innen, die es für richtig
halten, Menschen, die sie für jüdisch halten, zu beleidigen oder sogar anzugreifen.
Das Bündnis für Demokratie und Toleranz Marzahn-Hellersdorf ruft dazu auf, sich dem Gedenken
anzuschließen und sich unserer Geschichte zu stellen, falls dies noch nicht geschehen ist.
Antisemitismus und Rassismus sind Gifte, die die Gesellschaft spalten und die Menschenwürde
missachten. Lasst es uns nicht dulden, wenn menschenverachtende Äußerungen oder gar Taten
geschehen.

Wir wollen darauf hinweisen, dass ein Teil unserer Bevölkerung heute ähnliche Vorbehalte
gegenüber Muslimen hegt, wie es früher gegen Juden der Fall war. Da wir wissen, wozu Rassismus
und Antisemitismus geführt haben, können wir nicht die Augen verschließen vor dem Hass, den
einige Bürger*innen gegenüber Menschen aufgrund ihres Glaubens, ihrer Herkunft oder
Lebensweise hegen. Sorgen wir gemeinsam dafür, dass unsere Gesellschaft nicht durch Hass und
Menschenverachtung zerstört wird.

Henny Engels und Beatrice Morgenthaler (Sprecherinnen des Bündnisses für Demokratie und
Toleranz)