Aktion im Rahmen der Berliner Freiwilligentage: Stolpersteine putzen – Erinnerung pflegen

„Die Hellersdorfer“ berichten:

Drei Adressen, zehn ausgelöschte Leben: Bei einem Stolperstein-Rundgang samt Putzaktion haben die Alice-Salomon-Hochschule und das Bündnis für Demokratie und Toleranz am Montagnachmittag aktive Erinnerungsarbeit im Bezirk geleistet. Freiwillige befreiten ausgewählte Stolpersteine in Mahlsdorf und Kaulsdorf von Straßenschmutz und Patina. Mit weichen Schwämmen und Politur verhalfen sie den kleinen quadratischen Mahnmalen zu neuem Glanz.

Stolpersteine sind zehnmal zehn Zentimeter große, mit einer Messingplatte besetzte Pflastersteine. Sie erinnern an Menschen, die zwischen 1933 und 1945 von den Nationalsozialisten verfolgt, entrechtet, vertrieben und ermordet wurden. Vor den letzten frei gewählten Wohnorten der Opfer lässt der Künstler Gunter Demnig die Betonquader in den Boden ein. Jeder Stein wird per Hand gefertigt und trägt die Aufschrift: „Hier wohnte“. Außerdem sind der Name und die Lebensdaten der jeweiligen Person eingraviert. Gedacht wird mit dem Projekt aller Menschen, die unter dem Nazi-Regime unsägliches Leid ertragen mussten – darunter Juden, Sinti und Roma, politische Gegner, religiös Verfolgte, Menschen mit Behinderungen, Obdachlose, Prostituierte und Deserteure.

Weiterlesen

14.9.2020: Wider das Vergessen – Stolpersteine Putzspaziergang

Mit diesem Putzspaziergang zu ausgewählten Stolpersteinen in Kaulsdorf und Mahlsdorf möchten wir einen Einblick in das Leben einiger Menschen geben, die in der Zeit von 1933 bis 1945 von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet wurden. Die Stolpersteine halten die Erinnerung an die Menschen wach. Wir laden zum gemeinsamen Putzen der Stolpersteine ein. Alles was dazu gebraucht wird, wird von uns mitgebracht.

Der Putzspaziergang ist Teil der Kampagne Solidarische Kieze in Marzahn-Hellersdorf.
Foto: Steven Kelz (CC-BY-SA 4.0)

Weiterlesen …

Wider das Vergessen – Die Erinnerung wachhalten

Soeben ist eine Broschüre des Bündnisses für Demokratie und Toleranz am Ort der Vielfalt
Marzahn-Hellersdorf  in Erinnerung an die jüdischen Opfer des Naziregimes in unserem Bezirk erschienen!
Das Bündnis für Demokratie und Toleranz am Ort der Vielfalt Marzahn-Hellersdorf erinnerte in der Woche vom 2. bis 9. November 2018 mit einer Vielzahl an Veranstaltungen an den 80. Jahrestag der Novemberpogrome 1938. Im Rahmen der Gedenkwoche wurde die Ausstellung „Wider das Vergessen“ gezeigt, die danach auch an andere Orte im Bezirk gewandert ist. Die Ausstellung zeigt Fotos der im Bezirk verlegten Stolpersteine und informiert über die Schicksale jüdischer Menschen, um an sie zu erinnern. Millionen von Menschen wurden während des Nationalsozialismus diskriminiert, gefoltert, vergewaltigt und ermordet. Es waren jüdische Menschen, Sinti und Roma, Schwarze Menschen, religiöse Minderheiten wie die Zeugen Jehovas, Menschen mit Behinderungen und jene, die als „asozial” stigmatisiert wurden, Schwule, Lesben und trans* Menschen sowie politische Gegner*innen aus unterschiedlichen Richtungen. In dieser Broschüre, die die Ausstellung ergänzen soll, legen wir den Fokus – dem Anlass der Gedenkwoche entsprechend – auf die Verfolgung und Ermordung jüdischer Menschen in Marzahn-Hellersdorf.
Zum Download der Broschüre geht es hier

Stolpersteinausstellung „Wider das Vergessen“ weiter auf Wanderschaft durch den Bezirk

Unsere Ausstellung „Wider das Vergessen“ wandert nach wie vor durch den Bezirk. In dieser werden die meisten im Bezirk verlegten Stolpersteine gezeigt, mit denen an die aus diesem Bezirk in der NS-Zeit deportieren jüdischen Mitbürger*innen erinnert wird. Von Anfang Dezember bis Mitte Januar stand sie im Victor-Klemperer-Kolleg. Auf der Website des Kollegs steht dazu: „Kollegiaten der 12. Klasse erforschten im Rahmen des Geschichts- und Politikwissenschaftsunterrichts die Einzelschicksale anhand der Plakate in der Ausstellung. Die Verfolgung und Ausgrenzung der jüdischen Mitbürger, die meistens mit der Ermordung in den Vernichtungslagern endete, bewegte die Kollegiaten tief. Ganze Familien wurden im Bezirk ausgelöscht, nur vereinzelt gelang die Flucht aus dem nationalsozialistischen Deutschland.“ Am 13. Januar hielt Henny Engels im Kolleg den Vortrag zur Ausstellung und diskutierte mit den teilnehmenden Kollegiat*innen über die Konsequenzen, die sich aus den Verbrechen der NS-Zeit für heute ergeben.

Seit dem 27. Januar wird die Ausstellung in der Rudolf-Virchow-Oberschule gezeigt. Henny Engels eröffnete die Ausstellung und wies dabei darauf hin, dass der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust besonders dazu einlädt, sich mit den Schicksalen der Opfer der nationalsozialistischen Menschheitsverbrechen zu befassen. Sie bat die Schüler*innen, sich über das Geschehen in den Jahren 1933-1945 auseinanderzusetzen. Dabei gehe es aber nicht nur um ein bloßes Erinnern- vielmehr seien auch junge Menschen aufgefordert, zu prüfen, welche Schlussfolgerungen sie für sich daraus ziehen. Es sei Aufgabe aller Menschen in Deutschland – auch der jungen – sich jedweder Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit durch Ausgrenzung, Abwertung, verbale oder körperliche Gewalt entgegen zu stellen.

„Wider das Vergessen – Stolpersteine in Marzahn-Hellersdorf“

Mit diesem Spazierblick zu ausgewählten Stolpersteinen in Kaulsdorf und Mahlsdorf möchten wir einen Einblick in das Leben einiger Menschen geben, die in der Zeit von 1933 bis 1945 von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet wurden. Die Stolpersteine halten die Erinnerung an die Menschen wach. Festes Schuhwerk wird empfohlen, die Strecke ist nur bedingt barrierefrei.

Mit: Henny Engels und Steven Kelz (Bündnis für Demokratie und Toleranz Marzahn-Hellersdorf), Elène Misbach (ASH Berlin)

Start: 14.30 Uhr S-Bahnhof Kaulsdorf (von der ASH aus erreichbar mit U5 Richtung Alexanderplatz, ab S-Bahnhof Wuhletal umsteigen in die S5)

Die Reihe „Spazierblicke“ veranstaltet das Kooperationsforum Marzahn-Hellersdorf – ASH. Jeder dieser Stadtteil(ver!)führungen soll einen anderen, neuen Blick auf den Bezirk Marzahn-Hellersdorf eröffnen. Alle Spazierblicke sind öffentlich und werden unentgeltlich angeboten.

Jahresprogramm der Spazierblicke 2019/20: https://www.ash-berlin.eu/fileadmin/Daten/Vernetzung/Kooperationen/Flyer_Programm_Spazierblicke_2019_20.pdf

EINLADUNG zur Stolpersteinverlegung für Marie-Luise und Carl Hotze am 5.12.2019

Foto vom Bezirksmuseum Marzahn-Hellersdorf

Am Donnerstag, dem 5. Dezember 2019 gegen 13 Uhr verlegt der Künstler Gunter Demnig vor dem Haus An der Wuhle 41 in Kaulsdorf-Süd zwei Stolpersteine für Marie-Luise und Carl Hotze.

Die Initiatorinnen, Cindy und Angelika Wewerka, verstehen die Stolpersteine als ein Zeichen gegen das Vergessen:

„Als Familie beschlossen wir einem Ehepaar ein Zeichen zu setzen, das sich in einer dunklen Epoche unseres Landes durch Solidarität, Mut und Nächstenliebe hervorgetan hat. Dabei haben wir uns immer die Frage gestellt: Hätten wir auch so mutig gehandelt? Hätten wir Menschen geschützt und riskiert, dafür mit dem eigenen Leben zu bezahlen?

Marie-Luise und Carl Hotze waren überzeugte Kommunisten, die für ihre Gesinnung und ihren Glauben an eine kommunistische Zukunft dem nationalsozialistischen Regime getrotzt haben. Marie-Luise Hotze bezahlte ihre konsequente Haltung mit dem Tod im Konzentrationslager Ravensbrück. Carl Hotze kam zunächst ins Konzentrationslager Sachsenhausen, später ins Konzentrationslager Mauthausen. Nach der Befreiung machte er sich zu Fuß auf den Weg von Österreich nach Hause, um dort zu erfahren, dass seine Frau nicht überlebt hat.

Durch das selbstlose Handeln der Eheleute Hotze haben gefährdete KPD-Genossen ein Versteck vor Verfolgung gefunden. 1943 versteckten die Hotzes die jüdische Witwe Anna Degen und ihren damals 11-jährigen Sohn Michael und sicherten ihr Überleben.

Wir sind sehr stolz, diesen wunderbaren Menschen an ihrem ehemaligen Zuhause für immer ein Gedenken zu errichten. Mögen Spaziergänger über diese Steine stolpern und mit dem Lesen der beiden Namen Marie-Luise und ihren Mann Carl aus der Vergessenheit holen.“

Für Fragen und Anregungen stehen Cindy und Angelika Wewerka gern zur Verfügung: cuuurlii@googlemail.com

Das Bezirksamt wird durch Frau Kulturstadträtin Juliane Witt, Vorsitzende der Kommission Gedenkorte, vertreten.

Ansprechpartnerin im Bezirksamt: Dorothee Ifland (Leiterin Bezirksmuseum, Tel. 54 79 09 21, info@museum-marzahn-hellersdorf.de

Weitere Informationen zur Kultur in Marzahn-Hellersdorf finden Sie im Internet unter:

https://www.kultur-marzahn-hellersdorf.de

Siehe auch Pressemitteilung des Bezirksamts Marzahn-Hellersdorf: Stolpersteinverlegung für Marie-Luise und Carl Hotze

Ausstellung Stolpersteine und Erinnerungsgang zum Gedenken an die Novemberpogrome

Ab dem 6.11.2019 ist im Kiezbüro des Abgeordneten Kristian Ronneburg in Kaulsdorf die Stolperstein-Ausstellung des Bündnisses für Demokratie und Toleranz Marzahn-Hellersdorf zu sehen:

Hier sind die Einladungsflyer in höherer Auflösung zu finden: http://ponte.pad-berlin.de/ausstellung-stolpersteine-und-erinnerungsgang-zum-gedenken-an-die-novemberpogrome/

Stolpersteinausstellung „Wider das Vergessen“ am 9.10.2019 im Stadtteilzentrum Kaulsdorf

Am 9.10.2019 ist im Stadtteilzentrum Kaulsdorf die Stolpersteinausstellung „Wider das Vergessen“ zu sehen. Schulklassen und interessierte Anwohner*innen sind herzlichst willkommen. Unsere Bündnissprecherin Frau Henny Engels wird begleitend vor Ort sein und etwas zu den Hintergründen der Ausstellung erzählen.

Öffnungszeit ist von 11.00 – 18.00 Uhr. Der Eintritt ist frei!

 

Finissage zur Ausstellung Stolpersteine in Marzahn-Hellersdorf

Die Ausstellung im Rahmen der „Gedenkwoche 80 Jahre Reichspogromnacht“ wurde vom „Bündnis für Demokratie und Toleranz am Ort der Vielfalt Marzahn-Hellersdorf“ in Kooperation mit dem Bezirksmuseum initiiert und organisiert. Sie erinnert an die Opfer der Judenverfolgung während der Nazizeit und wird in der Mark-Twain-Bibliothek bis 27.01.2019 zu sehen sein. Mit dieser Präsentation der Schicksale jüdischer Menschen in den heutigen Ortsteilen Biesdorf, Mahlsdorf und Kaulsdorf gedenken wir stellvertretend der vielen Millionen Opfer jener unmenschlichen, Gewalt verherrlichenden, antisemitischen, rassistischen und nationalistischen Ideologie, die von 1933 bis 1945 in Deutschland Staatsdoktrin wurde. Gleichzeitig verbinden wir mit der Ausstellung das Versprechen, gemeinsam mit allen friedliebenden Marzahn-Hellersdorfer*innen dafür einzutreten, dass sich dieses düstere Kapitel deutscher Geschichte nicht wiederholt. Die Vernissage fand am 09.11.2018 statt in Anwesenheit von Petra Pau, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages.
Zur Finissage wird Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle die Ausstellung offiziell beschließen. Den musikalischen Rahmen gestaltet die Jazz-Musikerin, Autorin und Menschenrechtlerin Dotschy Reinhardt.

Anmeldung erbeten unter Telefon 54 704 142 oder über die Webseite www.berlin.de/bibliotheken-mh

Eintritt frei, Austritt: eine Spende an den Förderverein Stadtbibliothek MarzahnHellersdorf e.V. zur Mitfinanzierung der Veranstaltung.
Bei einigen Veranstaltungen in der Stadtbibliothek machen wir Fotos und/oder Videos, die ggf. auf unserer Webseite, denen unserer Partner, Facebook oder Instagram veröffentlicht werden.

Mit freundlicher Unterstützung des Fördervereins Stadtbibliothek Marzahn-Hellersdorf e.V.

FB-Veranstaltung hier.