Interview mit J., Sozialarbeiter in Marzahn-Hellersdorf im Rahmen der Kampagne Solidarische Kieze

Im August 2020 haben wir als Kampagne Solidarische Kieze ein kleines Interview mit einem Sozialarbeiter aus Marzahn-Hellersdorf geführt. Hier findet Ihr seine Antworten:

J.: Nein, ich hatte von eurer Kampagne „Solidarische Kieze in Marzahn-Hellersdorf“ noch nichts gehört. Allerdings arbeite ich auch erst seit kurzem als Sozialarbeiter in Marzahn-Hellersdorf und ich wohne in einem anderen Bezirk.

  • Was haltet Ihr von der Idee?

J.: Ich finde die Idee gut, sich zu vernetzen, sich auszutauschen, sich auch zu unterstützen, ins Gespräch zu kommen und Zeichen zu setzen und mehr als das, um Diskriminierung, Ausgrenzung, Sexismus, Homophobie, Antisemitismus, Rassismus und Nationalismus zu thematisieren und entgegen zu wirken. Und auch der Versuch von Achtsamkeit, den Blick auch auf sich selbst zu richten und sich selbst immer wieder zu hinterfragen und offen zu sein für Rückmeldungen, falls in eigenen Handlungen und Denkweisen diskriminierende Aspekte vorhanden sein sollten. Weiterlesen …

Interview mit Mohamed – Mitbegründer von Gemeinsamer Horizont e.V.

Die Kampagne Solidarische Kieze Marzahn-Hellersdorf befragt aktuell Bürger*innen, soziale Träger und Einrichtungen sowie zivilgesellschaftliche Akteur*innen zum Thema Solidarität und Umgang mit der Corona-Krise in den Kiezen und Nachbarschaften unseres Bezirkes. Wenn Ihr Euch an unserer Kampagne beteiligen möchtet oder Lust habt Euch von uns zu Eurem Engagement befragen zu lassen, schreibt uns einfache eine Mail an: koordinierungsstelle-mh@pad-berlin.de

Mohamed is a Computer Engineer from Iraq, he arrived in Berlin in 2016 as a refugee. Mohamed is currently doing a Masters of Social Sciences and he is a co-founder of Gemeinsamer Horizont e.V. where they aim to redefine the concept of integration through education seeing integration as a two-way process. They currently run a few educational projects to empower refugees in Marzahn-Hellersdorf.

  1. Was versteht Ihr heute unter dem Begriff „Solidarität“? Ist das für Euch noch zeitgemäß und falls ja, wie kann oder sollte praktische Solidarität in diesen schwierigen Zeiten aussehen?

Solidarity to me is the process of showing care, empathy to a specific group of individuals under specific societal, political, or economic pressure. Moreover, solidarity includes sharing those groups situation and raise awareness and create possibilities for support and elevate them from their status quo. I don’t know if it is up to date or not, but I believe that practical solidarity should include the groups that are under the pressure. Somehow, I perceive that most of the time, the targeted groups are not in the discussion rather pointed at from the outside.

Solidarität ist für mich der Prozess des Zeigens von Fürsorge und Empathie gegenüber einer bestimmten Gruppe von Menschen, die unter einem bestimmten gesellschaftlichen, politischen oder wirtschaftlichen Zwang stehen. Darüber hinaus umfasst Solidarität, die Situation dieser Gruppen zu teilen, das Bewusstsein zu stärken und Möglichkeiten zur Unterstützung zu schaffen und sie von ihrem Status quo zu erheben. Ich weiß nicht, ob es aktuell ist oder nicht, aber ich glaube, dass praktische Solidarität die Gruppen einschließen sollte, die unter dem Zwang stehen. Irgendwie stelle ich fest, dass die Zielgruppen meistens nicht in der Diskussion sind, sondern eher von außen angesprochen werden. Weiterlesen …

Interview mit Constanze Paust – Leiterin der FreiwilligenAgentur Marzahn-Hellersdorf

Die Kampagne Solidarische Kieze Marzahn-Hellersdorf befragt aktuell Bürger*innen, soziale Träger und Einrichtungen sowie zivilgesellschaftliche Akteur*innen zum Thema Solidarität und Umgang mit der Corona-Krise in den Kiezen und Nachbarschaften unseres Bezirkes. Wenn Ihr Euch an unserer Kampagne beteiligen möchtet oder Lust habt Euch von uns zu Eurem Engagement befragen zu lassen, schreibt uns einfache eine Mail an: koordinierungsstelle-mh@pad-berlin.de

Constanze Paust ist seit 1. April Leiterin der Freiwilligenagentur des Bezirks. Sie übernahm die Stelle von Jochen Gollbach, der die Agentur aufbaute und zehn Jahre leitete. „Natürlich konnte ich nicht damit rechnen, dass die Übernahme dieser Funktion genau in die Corona-Krise fällt“, sagt die 44-Jährige.  (Siehe auch Bericht der Berliner Woche: Freiwilligenagentur Marzahn-Hellersdorf beginnt mit neuen Projekten)

Habt Ihr bereits von der vor kurzem gestarteten Kampagne „Solidarische Kieze in Marzahn-Hellersdorf“ (https://buendnis.demokratie-mh.de/solidarische-kieze/) gehört?

C.P..: Am 1. April diesen Jahres habe ich die Leitung der FreiwilligenAgentur Marzahn-Hellersdorf übernommen. Neben der Einarbeitung in die vielfältigen Aufgaben der FWA habe ich auch Kenntnis von der Kampagne genommen. Sie ist über mehrere Kanäle an uns gelangt, was für ihre gute Verbreitung spricht. Weiterlesen …

Interview der Kampagne Solidarische Kieze mit Mein Kiez. Mein Zuhause.

Mein Kiez. Mein Zuhause. ist ein Projekt von Babel e.V., das im Quartier Hellersdorfer Promenade zusammen mit Anwohner*innen daran arbeitet eine positive Identifikation mit dem Wohnumfeld herzustellen.

  1. Habt Ihr bereits von der vor kurzem gestarteten Kampagne „Solidarische Kieze in Marzahn-Hellersdorf“ gehört? Was haltet Ihr von der Idee? Könntet Ihr Euch vorstellen Euch daran aktiv zu beteiligen, z.B. indem Ihr z.B. eigene Formate mit dem frei zur Verfügung stehenden Kampagnenlogo kennzeichnet?

Wir hatten den Erstkontakt per Facebook. Die Idee ist lobens- und in jedem Falle unterstützenswert. Wir sind dazu bereit, uns bei Aktionstagen und Veranstaltungen zu beteiligen. Die zunehmende Spaltung unserer Gesellschaft und die Ausgrenzung von Minderheiten macht ein solidarisches und aktives Miteinander unabdingbar. Dabei geht es nicht allein um eine Signalwirkung, sondern um konkrete Handlungen. Die Umsetzung derer Bedarf einer aktiven Gemeinschaft, die durch dieses Projekt geschaffen wird. Wir veranstalten im Juli eine Ideenwerkstatt und werden bei der Werbung das Kampagnenlogo miteinfügen. Weiterlesen …

Interview der Kampagne Solidarische Kieze mit Yvonne Vedder vom Stadtteilzentrum Mosaik

Yvonne Vedder ist Leiterin des Stadtteilzentrums Mosaik (Altlandsberger Platz 2, 12685 Berlin)

  1. Habt Ihr bereits von der vor kurzem gestarteten Kampagne „Solidarische Kieze in Marzahn-Hellersdorf“ gehört? Was haltet Ihr von der Idee? Könntet Ihr Euch vorstellen Euch daran aktiv zu beteiligen, z.B. indem Ihr z.B. eigene Formate mit dem frei zur Verfügung stehenden Kampagnenlogo kennzeichnet?

Vedder: Ja, ich habe über das Bündnis für Demokratie und Toleranz von der Kampagne Solidarische Kieze in Marzahn-Hellersdorf gehört und gelesen. Ich finde die Idee gut und wichtig um die Sichtbarkeit der verschiedenen. Solidaritätsnetzwerke, Einrichtungen, Organisationen und Gruppen im Bezirk zu erhöhen. Ich kann mir vorstellen mich unter dem Diversity-Aspekt und zum Thema Integration zu beteiligen. Weiterlesen …

Interview mit Martina Polizzi STZ Marzahn-Mitte/Volkssolidarität

Die Kampagne Solidarische Kieze Marzahn-Hellersdorf befragt ab sofort Bürger*innen, soziale Träger und Einrichtungen sowie zivilgesellschaftliche Akteur*innen zum Thema Solidarität und Umgang mit der Corona-Krise in den Kiezen und Nachbarschaften unseres Bezirkes. Wenn Ihr Euch an unserer Kampagne beteiligen möchtet oder Lust habt Euch von uns zu Eurem Engagement befragen zu lassen, schreibt uns einfache eine Mail an: koordinierungsstelle-mh@pad-berlin.de

Interview mit Martina Polizzi (M.P.) vom Stadtteilzentrum Marzahn-Mitte (Volkssolidarität)

Habt Ihr bereits von der vor kurzem gestarteten Kampagne „Solidarische Kieze in Marzahn-Hellersdorf“ (https://buendnis.demokratie-mh.de/solidarische-kieze/) gehört?

M.P.: Ja. die Kampagne ist uns bekannt.

Was haltet Ihr von der Idee? Könntet Ihr Euch vorstellen Euch daran aktiv zu beteiligen, z.B. indem Ihr z.B. eigene Formate mit dem frei zur Verfügung stehenden Kampagnenlogo kennzeichnet?

M.P.: Wir unterstützen die Idee und werden eigene Formate mit dem Kampagnenlogo kennzeichnen.

Was versteht Ihr heute unter dem Begriff „Solidarität“? Ist das für Euch noch zeitgemäß und falls ja, wie kann oder sollte praktische Solidarität in diesen schwierigen Zeiten aussehen?

M.P.: Solidarität bedeutet füreinander da zu sein, besonders Schwächere und Benachteiligte in der Gesellschaft zu unterstützen. Ein gutes Beispiel ist die Solidarität durch Futterspenden für den Spielewald vom der Spielplatzinitiative Marzahn.

Wie schätzt Ihr aktuell die soziale Situation in den Stadtteilen und Kiezen unseres Bezirks ein? Wie nehmt Ihr die Stimmungslage in den Nachbarschaften wahr? Was sind aktuell die dringendsten Bedürfnisse der hier lebenden Menschen?

M.P.: Das Stadtteilzentrum Marzahn-Mitte ist Koordinierungsstelle für das bürgerschaftliche Engagement in der Corona Zeit geworden. Von Beginn an haben wir mit der Freiwilligen Agentur Marzahn-Hellersdorf eng zusammengearbeitet, um uns auf die Vermittlung von Hilfsangeboten vorzubereiten. Toll fand ich die Initiativen vom DRK und dem M3 für Einkaufsdienste und Fahrdienste, an die wir Hilfesuchende vermitteln konnten. Erfreulich ist die Tatsache, dass sich mehr Freiwillige gemeldet haben, als Hilfesuchende, Den Kontakt zu den Nutzer*innen des Stadtteilzentrums haben wir weitestgehend per Telefon und E-Mail aufrecht erhalten. Besonders ältere und einsame Menschen freuten sich über diesen Kontakt und die Möglichkeit, sich auszutauschen. Da unser Nähcafé nicht mehr besucht werden konnte haben wir mit den uns bekannten Frauen eine WhatsApp-Gruppe gegründet und beschlossen Behelfsmasken von zu Hause zu nähen, um die Pflegekräfte, die diese dringend für ihre Arbeit benötigten zu unterstützen. Dazu haben wir einen Spendenaufruf gestartet. Mehrmals pro Woche wurden die Matrerialspenden (Stoffe, Bettwäsche, Gummiband, Aktendullis) im Stadtteilzentrum entgegen genommen und dann an die fleißigen Frauen in ihren Wohnungen verteilt. Auch die Nähmaschinen aus dem Nähcafè haben wir herausgegeben. Bis zu 12 Frauen mit und ohne Migrationshintergrund haben sich an der Aktion beteiligt. Mehr als 3000 Behelfsmasken wurden in ehrenamtlicher Arbeit gefertigt und an soziale Einrichtungen, Pflegeeinrichtungen und Flüchtlingsheime verteilt. Auch mit dem BENN-Team vom Blumberger Damm haben wir kooperiert, hier haben wir Material und Schnittmuster und Nähanleitungen zur Verfügung gestellt, damit auch in den Flüchtlingsunterkünften Masken genäht werden konnten.

Zu Beginn der Coronakrise war das Wort „Solidarität“ plötzlich in aller Munde und es entstanden viele neue Nachbarschaftsstrukturen und Hilfsangebote. Auch hier im Bezirk gab und

gibt es vom gemeinsamen Nähen von Community-Masken über Gabenzäune und Einkaufshilfen für hilfebedürftige Menschen eine Menge positive Ansätze von gegenseitiger Hilfe. Wie verhindern wir, dass diese positiven Ansätze von solidarischen Handeln durch die zunehmenden Verschwörungsmythen, verstärkten Rassismus und von Rechten vereinnahmten sogenannten „Hygienedemos“ verloren gehen und die gesellschaftliche Spaltung und Polarisierung in der Post-Coronazeit wieder bzw. weiter zunimmt?

M.P.: Es muss uns gelingen die positive Einstellung zu behalten, mit der Solidarität auch nach Corona nicht nachzulassen. Einsame, kranke und ältere Menschen werden sich immer über einen Anruf oder ein Hilfsangebot freuen. Lasst uns kreativ sein und neue Ideen entwickeln um Menschen in unseren Bezirk zusammen zu bringen.

Was sollte besser laufen im Bezirk? Welchen Beitrag könnte dazu die laufende Kampagne leisten?

M.P.: Ich lebe und arbeite gern in unserem Bezirk. Es gibt zahlreiche gute Initiativen im Bezirk, nicht alle sind bekannt. Wir müssen öfter über den Tellerrand des eigenen Kiezes hinausschauen und uns vernetzen. Dazu braucht es nicht noch mehr zeitraubende Vernetzungsrunden. In den letzten Wochen haben wir gelernt öfter mal wieder zum Telefonhörer zu greifen, oder uns per Telefon- und Videokonferenz effektiv auszutauschen.

Vielen lieben Dank, dass Ihr Euch die Zeit zur Beantwortung unserer Fragen genommen habt! Wir würden uns sehr darüber freuen, wenn Ihr Euch in der kommenden Zeit in der einen oder anderen Form an unserer Kampagne beteiligt. Ansonsten stehen wir auch jederzeit unterstützend zur Seite.

Mit solidarischen Grüßen – AG Solidarische Kieze

Kampagne solidarische Kieze in Marzahn-Hellersdorf

Facebook: www.facebook.com/solidarischekiezemh/

Bündniswebsite: https://buendnis.demokratie-mh.de/solidarische-kieze/