Lasst die Historiker*innen ran! Die Geschichte der rechten Gewalt in den frühen 1990er Jahren erzählen

5.03.2024 um 18:00 20:00

Heinrich-Böll-Stiftung, Bundesstiftung Berlin sowie Online

Der massive Ausbruch rechter Gewalt Anfang der 1990er Jahre in den ost- und westdeutschen Bundesländern hat noch keinen festen Platz in der deutschen Geschichte. In den großen historischen Erzählungen der Wiedervereinigung über erkämpfte Freiheit, Aufbruchstimmung und sozioökonomische Krise im Osten ist die kollektive Gewalterfahrung von zwei bis drei Generationen von Deutschen mit Migrationshintergrund, Ausländer*innen und Vertreter*innen linksalternativer Milieus bisher kaum sichtbar. Viele Betroffenengruppen bemühen sich seit Jahren intensiv darum, die Erinnerung zumindest an die größten Gewalttaten – Hoyerswerda, Rostock-Lichtenhagen, Mölln und Solingen – ins Zentrum des deutschen Geschichtsbewusstseins zu rücken. Um den 30. Jahrestag des Mauerfalls herum haben auch einige ostdeutsche Autor*innen begonnen, diese Jahre in autobiografisch grundierte Romane zu übersetzen. Nun ziehen Historiker*innen nach.

Wir sprechen über die Bedeutung der Geschichte der rechten Gewalt der frühen 1990er Jahre und die Rolle der Historiker*innen und Schriftsteller*innen:  Was kann der historische und der literarische Blick im Umgang mit dieser Geschichte leisten? Wie lässt sie sich in die Demokratiegeschichte der Bundesrepublik und in die Transformationsgeschichte einordnen? In welchem Verhältnis stehen wir und unsere Gegenwart zur Gewalt der 1990er Jahre?

Mit:

Moderation: Dr. Clara Frysztacka, Historikerin und Referentin für Zeitgeschichte der Heinrich-Böll-Stiftung

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