Diskussion: Die Kita als umkämpftes Feld – Selektionsprozesse beim Zugang zur Kita

1.02.2024 um 18:00 20:00

DeZIM-Institut, Mauerstr. 76, 10117 Berlin im DeZIM.Saal, 3. OG

Via DeZIM (Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung):

Frühkindliche Bildung wird oft als Schlüssel zum Abbau von Bildungsungleichheit betrachtet. Die Idee, dass vor allem benachteiligte Kinder von Kitas profitieren könnten, um herkunftsbedingte Ungleichheiten auszugleichen, ist weit verbreitet. Jedoch verschärfen aktuelle Heraus-forderungen wie der Kitaplatzmangel und der Fachkräftemangel die Bildungsungleichheit.  

In der kürzlich erschienenen Kurzinformation des Sachverständigenrats für Integration und Migration wird bestätigt, dass besonders Kinder mit einem sogenannten Migrationshintergrund erschwerten Zugang zur frühkindlichen Bildung haben. Doch selbst wenn sie eine Kita besuchen, profitieren sie nicht in gleichem Maße von den Bildungsangeboten wie privilegierte Kinder. Die Bildungsangebote und institutionellen Strukturen weisen Leerstellen in Bezug auf den Umgang mit Vielfalt auf. 

Bisherige Forschung und Praxisprojekte haben sich vorrangig auf elterliche Präferenzen und kulturelle Unterschiede konzentriert, um die Diskrepanz bei der Inanspruchnahme von Kitas zwischen Familien mit und ohne Migrationshintergrund zu erklären bzw. zu minimieren. Allerdings zeigen aktuelle Studien, dass der Wunsch nach Betreuung bei Familien mit Migrationshintergrund über die tatsächliche Inanspruchnahme hinausgeht. Aus welchen Gründen, diesen Familien der Kitaplatz verwehrt bleibt, ist nicht hinreichend erforscht. In einer aktuellen Studie im Modul „Institutioneller Rassismus“ des Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitors (NaDiRa) am Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) werden mehrperspektivisch die Mechanismen zu den Ausschlussprozessen beim Zugang zu Kitas und Bildungsbeteiligung beforscht.

Aus den bisherigen empirischen Erkenntnissen lässt sich ableiten, dass ein Ausbau inklusiver und diskriminierungskritischer Ansätze in der frühkindlichen Bildung nötig ist, um sicherzustellen, dass alle Kinder gleichermaßen Zugang haben und von den Bildungsmöglichkeiten profitieren können.

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