Marzahn-Hellersdorfer Gespräch zur Geschichte – Der jüdische Oberarzt Dr. Berndt Götz

Ein Veranstaltungstipp:

Am Mittwoch, dem 17. April 2019, ab 18:00 Uhr, widmet sich eine neue Ausgabe der “Marzahn-Hellersdorfer Gespräche zur Geschichte” dem jüdischen Oberarzt Dr. Berndt Götz – in einem Vortrag der Historikerin Constanze Lindemann.
Zu Beginn des Jahres 1933 waren etwa elf Prozent aller in Deutschland tätigen Mediziner als jüdische Ärzte verzeichnet. Für sie leitete, nach dem Machtantritt der Nazis, das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7.4.1933 die berufliche und gesellschaftliche Existenzvernichtung ein. Bereits am 15.4. berichtete der “Karlshorster Anzeiger”, dass “in der Heil- und Pflegeanstalt Wuhlgarten 19 Personen, darunter ein jüdischer Arzt, der Oberarzt Berndt Götz” entlassen wurden. Dr. Götz, der auf dem Gelände der Pflegeanstalt auch gewohnt hatte, wurde kurzzeitig inhaftiert und nach seiner Entlassung vom Kutscher auf dem Gutshof der Anstalt versteckt. 1934 gelang ihm die Ausreise nach Palästina.

Die weit mehr als 8000 deutschen jüdischen Ärzte durften nicht mehr praktizieren, einige wenige wurden noch eine Weile als “jüdische Krankenbehandler” für ausschließlich jüdische Patienten geduldet. Die Genehmigung Deutschland zu verlassen bekam nur, wer durch die “Reichsfluchtsteuer” faktisch mittellos gemacht worden war. Etwa 2000 Mediziner, denen das nicht mehr gelang, wurden ermordet.

Ort: Bezirksmuseum Marzahn-Hellersdorf, Haus 1 Alt-Marzahn 51, Veranstaltungsraum
Der Eintritt ist frei.
Weitere Informationen zur Kultur in Marzahn-Hellersdorf im Internet unter:
www.kultur-marzahn-hellersdorf.de.

Quelle