Bezirksmuseum: ausgegrenzt – verfolgt – ermordet Sinti und Roma in Lichtenberg 1933 – 1945

Das Bündnis für Demokratie und Toleranz Marzahn-Hellersdorf legt Euch folgende Ausstellung im Bezirksmuseum Marzahn-Hellersdorf ans Herz:

ausgegrenzt – verfolgt – ermordet
Sinti und Roma in Lichtenberg
1933 – 1945

Ausstellungsdauer
17. Juni bis 23. August 2019

Öffnungszeiten: Mo – Fr jeweils 10 – 18 Uhr

Ort: HAUS 1 – Alt-Marzahn 51

Dem Völkermord der Nationalsozialisten fielen viele in Lichtenberg lebende Sinti und Roma zum Opfer. Das Zwangslager in Marzahn – damals Ortsteil von Lichtenberg – war der Internierungsort hunderter in Berlin verhafteter Menschen. Fast alle wurden in Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert. Einige wenige überlebten. Stellvertretend für viele Ungenannte werden einige Schicksale vorgestellt, die mit den historischen Vorgängen im ehemaligen Bezirk Lichtenberg verbunden sind.

Ausstellung mit freundlicher Unterstützung des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg e.V.

Quelle

Ausstellungseröffnung „ausgegrenzt – verfolgt – ermordet“ im Bezirksmuseum Marzahn –Hellersdorf

Pressemitteilung vom 03.06.2019

Bezirksstadträtin Juliane Witt eröffnet am Freitag, dem 14. Juni 2019 um 18:00 Uhr zusammen mit Lichtenbergs Bezirksbürgermeister Michael Grunst eine Ausstellung über Sinti und Roma, die während des Nationalsozialismus in Lichtenberg verfolgt worden sind. Die Kuratorin der Ausstellung Barbara Danckwortt führt in das Thema ein. Musikalisch wird der Abend von Martin Weiss und Gigi Reinhardt begleitet.

Die Schau des Museums Lichtenberg im Stadthaus „ausgegrenzt – verfolgt – ermordet“ präsentiert die Ergebnisse einer mehrjährigen Recherche. Untersucht wurde, wie Menschen in Lichtenberg mit der Minderheit der Sinti und Roma umgegangen sind. Dazu hatte die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Lichtenberg dem Museum 2014 den Auftrag erteilt. Die BVV Marzahn-Hellersdorf regte im Jahr 2018 eine Präsentation auch in Marzahn-Hellersdorf an, dessen Ortsteile bis 1979 zu Lichtenberg gehörten. Diesem Wunsch folgten die Museumsleitungen in Marzahn-Hellersdorf und Lichtenberg gerne.

Weiterlesen …

Marzahn-Hellersdorfer Gespräch zur Geschichte – Der jüdische Oberarzt Dr. Berndt Götz

Ein Veranstaltungstipp:

Am Mittwoch, dem 17. April 2019, ab 18:00 Uhr, widmet sich eine neue Ausgabe der “Marzahn-Hellersdorfer Gespräche zur Geschichte” dem jüdischen Oberarzt Dr. Berndt Götz – in einem Vortrag der Historikerin Constanze Lindemann.
Zu Beginn des Jahres 1933 waren etwa elf Prozent aller in Deutschland tätigen Mediziner als jüdische Ärzte verzeichnet. Für sie leitete, nach dem Machtantritt der Nazis, das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7.4.1933 die berufliche und gesellschaftliche Existenzvernichtung ein. Bereits am 15.4. berichtete der “Karlshorster Anzeiger”, dass “in der Heil- und Pflegeanstalt Wuhlgarten 19 Personen, darunter ein jüdischer Arzt, der Oberarzt Berndt Götz” entlassen wurden. Dr. Götz, der auf dem Gelände der Pflegeanstalt auch gewohnt hatte, wurde kurzzeitig inhaftiert und nach seiner Entlassung vom Kutscher auf dem Gutshof der Anstalt versteckt. 1934 gelang ihm die Ausreise nach Palästina.

Die weit mehr als 8000 deutschen jüdischen Ärzte durften nicht mehr praktizieren, einige wenige wurden noch eine Weile als “jüdische Krankenbehandler” für ausschließlich jüdische Patienten geduldet. Die Genehmigung Deutschland zu verlassen bekam nur, wer durch die “Reichsfluchtsteuer” faktisch mittellos gemacht worden war. Etwa 2000 Mediziner, denen das nicht mehr gelang, wurden ermordet.

Ort: Bezirksmuseum Marzahn-Hellersdorf, Haus 1 Alt-Marzahn 51, Veranstaltungsraum
Der Eintritt ist frei.
Weitere Informationen zur Kultur in Marzahn-Hellersdorf im Internet unter:
www.kultur-marzahn-hellersdorf.de.

Quelle