Flüchtlingsfamilie aus Syrien: „Deutsch werden in Marzahn – ein weiter Weg des Ankommens“

Das Bündnis für Demokratie und Toleranz Marzahn-Hellersdorf dokumentiert einen Pressebericht der Berliner Zeitung vom 24.10.2019 über ein Beispiel gelungenen Ankommens einer syrischen Familie in unserem Bezirk:

Marzahn – Haitham Mstou stellt dampfendes Essen auf den Tisch. „Huhn, ihr mögt doch Huhn?“, sagt er. Es sieht lecker aus. Reis, Kartoffeln, Aubergine, Hühnchen: Die Familie hat gekocht. Syrisch, denn deutsches Essen gefällt Haitham Mstou nicht. Er verzieht das Gesicht. „Wie kann man so etwas freiwillig essen?“, fragt er. Seine Erfahrungen hat Haitham Mstou in deutschen Flüchtlingsheimen gemacht. Er kommt aus Damaskus in Syrien. Vier Jahre ist er jetzt in Deutschland, aber ans Essen will er sich nicht gewöhnen.

Es geht ihm an diesem Tag darum, vorzuführen, was die syrische Küche Tolles hervorgebracht hat. Und Haitham Mstou und seine Frau Mariam Al-Muhammed finden auch, dass man Gäste ordentlich bewirten sollte. Sie haben beim ersten Treffen schallend gelacht, als die Reporterin Wasser trinken wollten. „Deutsche trinken immer nur Wasser. Aber Wasser zählt nicht. Bei uns gibt es Verschiedenes, wenn Besuch kommt“, sagte er. Es ist einer der Bräuche, die sie aus ihrem Heimatland mitgebracht haben. Bei syrischer Gastfreundschaft wollen sie bleiben. Anderes haben sie schon aussortiert.

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