7. September 2019: Bericht vom Demokratiefest „Schöner Leben ohne Nazis“ auf dem Alice-Salomon-Platz in Hellersdorf

Ja, es ist inzwischen eine Tradition geworden. Da können sich Manche ereifern, es sei nicht der richtige Name für ein Fest für Alle oder erklärte Feinde dagegen wettern und auffordern, es zu stören – nützt alles nichts!

In Schwung gekommen ist der Tag erst einmal ab 11 Uhr auf dem Theaterplatz in Hellersdorf-Nord mit der Bunten Tour. Zuerst konnten kleine Leute, größere Kinder und Jugendliche sich Masken und Stäbe mit bunten Bändern basteln. Zudem wurden Unmengen von Luftballons aufgeblasen und die Fahrzeuge geschmückt, die die Bunte Tour zum Fest begleiteten. Kurz bevor es losging, kamen die Drachentänzer und damit eine nicht zu übersehende Farbe des Bezirks, die Heimat für viele vietnamesische Bewohner*innen ist. Auffällig bunt und mit großen Augen und klimpernden Wimpern tanzten die schönen Drachen, von vietnamesischen Jugendlichen gelenkt, inmitten der Zuschauenden, deren Lächeln und Grinsen nicht mehr verschwand.

Der Bunte Zug zog 2 Stunden lang laut, bunt und fröhlich durch die Straßen und lud tatsächlich den/die eine/n oder andere/n erfolgreich ein, mitzukommen. Das kleine Puppentheaterstück „Ein Wundermärchen“ auf dem Boulevard Kastanienallee, ließ uns kurz inne halten, ein bisschen über gegenseitiges sich freundlich Begegnen und das einander Zulächeln nachdenken, bevor wir auf dem Alice-Salomon-Platz ankamen, wo das Fest gerade begann.

Wie während der Bunten Tour, zeigten die Redner*innen, alle Bühnenbeiträge und alle Stände auf dem Platz klare Kante gegen RECHTS. Es war von den ersten bis zu den letzten verklungenen Tönen des Programms, ein eindeutiges Bekenntnis für Vielfalt und Menschlichkeit, für Miteinander und Akzeptanz von Verschiedenheit, gegen Ausgrenzung und Gewalt. Es bedurfte keiner Argumente. Die Menschen auf dem Platz mussten sich nicht überzeugen, sie mussten nicht Fakten und Tatsachen aufzählen, sondern wir liebten einfach das Gefühl der Zugehörigkeit. Wir ließen uns mitreißen von der Musik, dem Rhythmus, den Texten für eine bunte Gesellschaft.
Die Veranstalter, allen voran die Partnerschaften für Demokratie, der Rote Baum, das Bündnis für Demokratie und Toleranz M-H und alle beteiligten Vereine und Einrichtungen, die demokratischen Parteien, standen dafür hier, dass die Menschen in unserem Bezirk, in jedem Kiez ein friedliches Zuhause finden mit einer freundlichen, auf Respekt und Verständnis füreinander basierenden Atmosphäre und Nachbarschaft.
Wir standen und stehen für eine starke Zivilgesellschaft, gegen Versuche Bedrohungsszenarien an die Wand zu malen, gegen das Gefühl von Angst, Benachteiligung oder von Abgehängt sein, derer sich Rechtspopulisten und extreme Rechte auch hier gerne bedienen. Wir bleiben dabei: BUNT und vielfältig, statt einfarbig und einfältig!

Sabine Schwarz vom Bündnis für Demokratie und Toleranz Marzahn-Hellersdorf